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Leseprobe:
Lass uns mal die Menschheit retten,
von Fried Martin

martin

1. Der erdenweite Crash

Von den siebzehn Milliarden Menschen, die zum Jahresbeginn 3120 n. Chr. erdenweit die Silvesternacht feierten, haben sieben Milliarden den Technocrash zwischen April und August des neuen Jahres überlebt. Seit wenigen Stunden ist endlich wieder Ruhe eingekehrt. Die Überlebenden der wochenlang anhaltenden katastrophalen Naturereignisse können es noch nicht realisieren, daß sie den apokalyptischen Zustand der Erde tatsächlich überstanden haben. Ihnen bleibt keine Zeit, um über ihre toten Angehörigen und Freunde zu trauen. Ähnlich wie im damaligen Europa nach dem vergleichsweise harmlosen Weltkrieg zwischen den Jahren 1938 und 1945 n. Ch. die Trümmerfrauen zupacken mußten, um eine neue Ordnung zu schaffen, sind die Menschen gefordert, eine viel tiefgreifendere neue Gesellschaft aufzubauen.

Obwohl die Menschen über die Talente des Planeten Erde und die Atome nur ein Halbwissen besaßen, nutzten sie dieses relativ geringe Wissen aus kapital- und machtpolitischen Gründen voll aus. Damit leistete die gesamte Menschheit an den gewaltigen zerstörerischen Naturkatastrophen einen wesentlichen Beitrag. Die mahnenden Warnungen von wenigen vorausschauenden Weisen wurden vor allem von den Führungskräften von Politik und Wirtschaft als Spinnerei abgetan. Einem leitenden Mitarbeiter des größten Computerunternehmens der Erde sollte gekündigt werden, weil seine verrückte Vorahnung einer neuen Ordnung das Unternehmen zerstört hätte. Doch dazu mußte es nicht mehr kommen. Die verrücke Vorahnung wurde von einer viel größeren Wirklichkeit überholt.

Die ausschließlich am Kapital und an der Technik orientierten Kräfte wollten nichtwahr haben, was ihnen die Weisen vorstellten: „Der Mensch ist ein Teil der Natur. Er muß sich, wie alle anderen Lebewesen, auf das Leben der Erde einstellen. Er kann das Leben der Natur nicht beeinflussen, doch er kann intelligent darauf reagieren. Der Mensch ist nicht Herr der Natur, auch wenn er das glaubt“. Weil er diesen Glauben hegte und pflegte, geschah das Unvermeidbare.

Auf sieben großen und zahlreichen kleineren Erdplatten, die auf dem plastischen Material des Erdmantels schwimmen, sind bekanntlich die Kontinente der Erdoberfläche aufgebaut. Die Platten bewegen sich seit mehr als vier Milliarden Jahre wie Eisberge im Ozean, nur viel langsamer. In all´ den Jahren legten sie nur wenige Zentimeter zurück.

In den letzten Jahren wurde das Tempo immer schneller erhöht. Seit dem Jahr 2020 n. Chr. kam es dabei immer häufiger zu gewaltigen Erdstößen und Erdbeben. Dabei wurden in jedem Jahr mehrere berühmte Kulturpaläste, wie zum Beispiel der jüdische Tempel in Jerusalem, der christliche Petersdom in Rom, sowie die islamische Moschee Hagia Sophia in Istanbul schwer beschädigt. Auch politische Prachtbauten, wie das Weiße Haus in Washington, der Kreml in Moskau, ebenso wie die Kaiserpaläste in Tokio und Peking wurden unbenutzbar.

Durch die, sich ständig verschiebenden Kontinentalplatten ergeben sich über die Jahrmillionen erkennbare Spuren vulkanischer Tätigkeit. Von außerhalb der Erde betrachtet, ist der Planet von einem Flickenteppich umhüllt, der löchrig ist. An den Nahtstellen und aus den Löchern bahnt sich das heiße Innere einen Weg nach oben und bildet Vulkane. Ein Vulkan entsteht, wenn Magma bis an die Oberfläche der Erde aufsteigt. Bei einem Vulkanausbruch werden nicht nur glutflüssige, sondern auch feste oder gasförmige Stoffe freigesetzt. In einer Tiefe ab 100 km, in der Temperaturen zwischen 1000 und 1300 Grad Celsius herrschen, schmelzen Gesteine zu zähplastischem Magma das sich in großen, tropfenförmigen Magmaherden in 2 bis 50 km Tiefe sammelt.

Es gibt weltweit ca. 1.500 aktive, in den letzten 10.000 Jahren ausgebrochene Vulkane auf der Erdoberfläche. Der Yellowstone auf dem nordamerikanischen Kontinent zählt zu den größten und gefährlichsten. Die Magmakammer ist dort rund 60 km lang, 35 km breit, 8 - 10 km mächtig. Der Vulkan ist seit 17 Millionen Jahren aktiv. Der letzte heftige Ausbruch liegt 640.000 Jahre zurück. Damals spuckte er 983 Kubikkilometer vulkanisches Material an die Oberfläche.

An der chinesisch-koreanischen Grenze liegt der 2.700 Meter hohe Mount Paektu. Auch er gehört zu den gefährlichsten Vulkane der Erde. Angsteinflößend ist er wegen seiner extrem starken Eruption im Jahr 946 n.Chr. die mehrere Jahre dauerte. Den letzten Ausbruch hatte er 3003 n.Chr. Seit der Zeit sind bis zum Jahre 3120 n.Chr. mehrere Vulkane jährlich acht bis zehn Mal ausgebrochen. Millionen Menschen wurden Opfer dieser Ausbrüche. Allein in den vergangenen vier Jahrhunderten vorher haben Vulkane etwa 300.000 Menschen getötet.

Infolge der interkontinentalen Erdplattenverschiebungen kommt es seit Beginn des Planeten Erde auch zu Erdbeben unter dem Ozeanboden. Es entstehen besonders lange Wasserwellen, die sich über sehr große Entfernungen ausbreiten. Im Bereiche geringer Wassertiefe an flachen Küsten türmen sich diese Wellen zu außergewöhnlich hohen Flutwellen auf, so daß das Wasser weit über die Uferlinie stürzt. Beim anschließenden Zurückweichen wird das auf dem überschwemmten Land mitgerissene Material oft weit ins Meer hinausgespült. So entsteht ein Tsunami. Der Begriff kommt aus dem Japanischen und kann mit Hafenwelle übersetzt werden. Tsunamis traten ursprünglich am häufigsten im Pazifik und am Rand des Stillen Ozeans, in der Subduktionszone des Pazifischen Feuerrings, auf.

Von der erdenweiten Bevölkerung wurden diese Naturereignisse kaum zu Kenntnis genommen. Sie ereigneten sich in Regionen, die bedeutungslos waren. Die früheste bekannte wissenschaftliche Beschreibung des Naturereignisses stammt aus dem Jahr 1868 n. Chr. In Peru wurde eine Flutwelle im Pazifischen Ozean, namentlich an der Küste von Chile und von Neuseeland dargestellt. Tsunamis zählen zu den verheerendsten Naturkatastrophen, mit denen der Mensch konfrontiert werden kann. Sie tragen ihre zerstörerische Energie über Tausende von Kilometern oder sogar um den ganzen Erdball.

Erst vor knapp tausend Jahren, im Dezember des Jahres 2004 n. Chr., wurden durch einen Tsunami in Südostasien mindestens 231.000 Menschen getötet. Ausgelöst wurde die Welle durch eines der stärksten Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die verheerende Wirkung beruhte hier vor allem auf dem großen Wasservolumen, das pro Kilometer Küstenlinie auf das Land traf, während die Wellenhöhe mit zumeist nur wenigen Metern vergleichsweise niedrig war. Seit dieser Zeit kam es fast jährlich zu solchen unterseeischen Erdbeben, inzwischen nicht nur in den pazifischen Gegenden.

In den Monaten April bis August 3120 n. Chr. kam es erdenweit gleichzeitig zu einer ungewöhnlich hohen Geschwindigkeit der Bewegungen der Erdplatten. Die Bewegungen verursachten sowohl Erdbeben; als auch Erdrutsche. Gleichzeitig stürzten gewaltige Berge, wie zum Beispiel der Mount Everest, zusammen. Dabei wurden alle mehrstöckigen Hochhäuser, kulturträchtige Gebäude und große Industrieanlagen vollkommen zerstört.

In den gleichen Monaten wurden fast alle Vulkane erdenweit aktiv. Die Folgen waren verheerend. Durch Feuerregen und Glutstürme verdunkelte sich der Himmel. Schwefelsäure-Aerosole verteilten sich auf dem gesamten Erdball. Die Landschaften wurden mit einer über mehrere Meter dicken Ascheschicht bedeckt. Das vernichtete auf der gesamten Erde die Ernte auf Jahre. Der Lebensraum wurde für Menschen und Tiere unbewohnbar. Durch riesige Wolken aus Säure und Asche wurde zudem das globale Klima um zehn Grad heruntergekühlt.

Sowohl die elektronische Kommunikation als auch der gesamte Luftverkehr waren zerstört. Die Vulkane unter der Meeresoberfläche, also die Tsunamis, leisteten ebenfalls ihren Beitrag zum erdenweiten Technocrash.

Das alleine hatte bereits zu einer außergewöhnlichen Herausforderung der gesamten Menschheit geführt und brachte für Millionen Menschen den Tod. Doch es blieb nicht dabei. Die Erdbeben, Vulkane und Tsunamis sind die natürlichen Ergebnisse der Lebendigkeit des Erdplaneten. Nur die Missachtung dieser Lebendigkeit durch die kapitalorientierte menschliche Politik führte zu den beschriebenen Katastrophen.

Die seit ebenfalls Jahrmillionen bekannten orkanstarken Wirbelstürme mit Wildgeschwindigkeiten von mindestens 180 km pro Stunde sind Werke der kosmischen weltweiten Energie. Je nach uralten Götterregionen werden sie seit den indianischen Ureinwohnern und nach der Gottheit der Mayas auf dem mittelamerikanischen Festlands Hurrikans genannt.

Im Indischen Ozean, also im Golf von Bengalen, im Arabischen Meer und im südlichen Pazifik hingegen sind sie als Zyklone bezeichnet. Stürme, die Ost- und Südostasien oder den nordwestlichen Teil des Pazifiks betreffen werden Taifun genannt.

Die orkanartigen Wirbelstürme entstanden ursprünglich in den Pasatwindzonen über dem Wasser des Atlantiks oder östlichen Pazifiks bei einer Wassertemperatur von über 26,5 °C. Wenn ein gleichmäßig hohes Lufttemperaturgefälle zu großen Höhen hin ein bestimmtes Maß übersteigt, entwickeln sich über den Ozeanen tropische Wirbelstürme. Weil die Lufttemperatur die Wassertemperatur nicht bremst, verdunstet das Wasser in großen Mengen und steigt durch eine erhöhte Wärmemitführung auf. Dadurch bilden sich große Wolken aus, die sich als Wirbelstürme über dem Wasser und den angrenzenden Landzungen entfalten.

Obwohl es längst bekannt war, daß das Meer eine Oberflächentemperatur von mindestens 26,5 °C und die Luft eine gleichmäßige Temperaturabnahme zu den großen Höhen haben muß, kümmerten sich in den letzten mehr als hundert Jahren wenige Großfamilien erdenweit und die ihnen hörigen Politiker kaum um diese Naturgesetze. Mit ihrer kapitalorientierten Machtfülle unterließen sie mehr und mehr die erforderlichen klimawärmenden und umweltpolitischen Maßnahmen. Seit mehr als hundert Jahren befinden sich die Schwankungen der Meeresoberflächentemperaturen wieder in einer Warmphase, weshalb die Wirbelsturmintensität weltweit rapide zugenommen hat. Duch von Menschen künstlich erzeugte Luftwärme übertriebener Energieverbrennung in Form von Abgasen und industriellen Schadstoffemissionen entstand ein Treibgaseffekt, der die endgültige Zerstörung bisheriger Zivilisation vollendete.

So steht die Erde mit ihrem Durchmesser von über 12.700 Kilometer und ihrem Alter von etwa fünf Milliarden Jahre wieder vor einem vollkommenen Neuanfang, ähnlich wie bei dem Ereignis, das in uralten Schriften, wie dem Gilgamesch-Epos oder im Tanach der jüdischen Mythologie, `Sündflut´ genannt wird.

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