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Leseprobe:
Geschichten erzählen,
von Dulce Magnani

Es war einmal ein ganz besonderes Haus in Brasilien, in Rio de Janeiro mit einem schönen Garten voll von Rosen und Jasmin. Es hatte alles, was andere Häuser auch haben: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad und Küche. In diesem Haus wohnten zwei alte Frauen und ein alter Mann.

Eine der Frauen war besonders alt, Uroma Florinda, wie alle sie nannten, denn sie war schon zweimal Großmutter. Ihre Söhne und Töchter hatten bereits Enkel und Enkelinnen, die wiederum die Urenkel und Urenkelinnen von unserer Urgroßmutter waren. Unser liebes Urgroßmütterchen war magerer Statur, mit weißen Haaren und Locken wie Watte. Sie war sehr ruhig und geduldig, wie jemand, der alle Zeit der Welt hat.

Bei ihr lebte ihre Tochter, Oma Maria, die auch schon Großmutter war. Sie war eine rundliche Frau mit kurzen weißen Haaren und Augen grün wie das Meer; eine Oma, die viel Energie für alles und eine wahre Zauberhand für Pflanzen, Nähen und Kochen hatte.

Außerdem lebt mit Urgroßmutter Florinda noch ihr Schwiegersohn, der Mann von Oma Maria, Opa Lorenzo, ein Portugiese, der ziemlich dick war und einen gutmütigen Charakter hatte, weil er in allen Dingen, die passierten, immer etwas Positives sah.

Von Montag bis Freitag musste unsere Großmutter Maria immer mehr Mittagessen kochen, denn nach der Schule kamen die Enkelkinder zu ihr, da deren Eltern noch arbeiten mussten. Jetzt ist Mittag, die Glocke läutet:

„Wer wird es wohl sein?“, fragt die Urgroßmutter.

Opa Lorenzo öffnet die Tür und es tritt ein Mädchen herein. Es ist Raquel, sie ist die älteste Enkeltochter - groß, schlank, ein heller Hauttyp mit lockigen, braunen Haaren. Sie ist zuverlässig und überzeugend, bereits mit ihren zehn Jahren eine kleine Dame, weswegen sie auch allein von der Schule nach Hause geht.

„Hallo Opa Lorenzo, Uroma Florinda und Oma.”

Sie gibt jedem ein Küsschen und stellt die Schultasche auf den Boden.

In diesem Moment kommt der Schulbus mit ihren Cousins und ihrer Cousine an. Beim Anhalten des Busses vor dem Haus hupt der Busfahrer und die ganze Rasselbande steigt aus. Sogleich beginnt der Lärm und das Durcheinander folgt.

Der Erste, der ins Haus stürmt, ist Felipe, der sogleich fragt:

„Was gibt‘s heute zu essen? Ich habe einen Riesenhunger, ich könnte einen Bären fressen!“ Er ist das älteste Enkelkind. Neun Jahre alt, blondhaarig, mager und ein Energiebündel. Alle nennen ihn ‚Siebenschlau‘, weil er auf alles eine Antwort weiß.

„Heute gibt‘s Fisch, riechst du ihn nicht?“, antwortet Alex, der als der Zweiter hereinkommt.

Alex ist ungefähr ein Jahr jünger als Felipe. Er ist Opa Lorenzo sehr ähnlich, rund und mit glatten Haaren, Erfinder von Streichen und außerdem ein richtiger Vielfraß.

„Ich liebe die Sardinen, die Oma Maria macht. Sie sind die besten, die ich in meinem ganzen Leben gegessen habe“, sagt Gabi, die jüngste Enkelin von Großmutter.

Sie ist ein hübsches dunkelhäutiges Mädchen mit großen braunen Augen und sieben Jahre alt. Außerdem ist sie sehr lebhaft.

„Ich möchte Pommes mit Spiegeleier“, bittet Leo, der drei Jahre jüngere Bruder von Felipe.

Er ist das genaue Gegenteil zu seines Bruders - klein, dunkelhäutig und sehr verspielt.

„Ich möchte Pommes ohne Eier“, sagt Gugu, der kleinere Bruder von Leo und Felipe.

Er hat klare, helle Haut und braunes Haar. Er ist ein schlaues Köpfchen und ein sehr ruhiges Kind.

Da sagt unsere Großmutter Maria:

„Die Griechen und die Trojaner gefallen mir.“

„Wer sind denn die Griechen und Trojaner?“, fragt Leo.

Oma erklärt ihnen: „Das waren zwei Völker, die vor langer, langer Zeit lebten und sich immer untereinander stritten.“

„So wie ich mit Leo?“, will Gugu wissen.

„Ja, sie waren genauso wie ihr zwei. Einer möchte die Pommes mit und der andere ohne Ei. Jetzt muss ich in die Küche gehen und das Essen fertig machen.“

„Oma, machst du für mich Tomatensalat?“, bittet Juruna, der eigentlich Alexandro heißt, aber alle verwenden den Indianer-Namen Juruna, da er tatsächlich ein bisschen wie ein echter Indianer aussieht.

Er ist der Jüngste von allen und der Bruder von Alex.

Und Großmutter antwortet:

„Aber ja doch, mein Lieber, ich mache ihn nur für dich alleine“.

Zu Besuch ist auch immer Marcel, der Nachbarjunge, da er ein guter Freund von allen ist. Er ist ein großer Junge mit Kaninchenzähnen. Auch er isst bei Oma Maria immer mit.

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